Hinweis auf Zerkarien in Badeseen im Landkreis Neu-Ulm

Es besteht kein Badeverbot – Hautreizungen können auftreten

 

In verschiedenen Badeseen im Landkreis Neu-Ulm können aktuell vermehrt Zerkarien auftreten. Darüber informiert der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) am Landratsamt Neu-Ulm. In den vergangenen Tagen waren verschiedene Meldungen von Badegästen sowie einem Kinderarzt eingegangen, dass Badegäste nach dem Aufenthalt in einem See im Landkreis Neu-Ulm eine Zerkarien-Dermatitis entwickelt haben sowie über Hautreizungen geklagt haben. Fünf Meldungen sind bis jetzt zum Pfuhler See, eine Meldung zum Ludwigsfelder See (beide in Neu-Ulm) sowie drei Meldungen zum Schützensee in Elchingen eingegangen.

 

Ein Badeverbot wird nicht ausgesprochen, da keine Gefahr und keine Gesundheitsgefährdung für Menschen besteht.

 

Aufgrund der aktuell anhaltenden sehr warmen Witterung kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch noch in weiteren Badeseen im Landkreis vermehrt Zerkarien auftreten werden.

 

Der ÖGD nimmt in solchen Fällen Kontakt mit den jeweiligen Kommunen auf, damit entsprechende Hinweise an die Badegäste erfolgen.

 

Badegäste sollten folgende Hinweise beachten:

 

- Längere Aufenthalte im Flachwasserbereich sollten vermieden werden (gerade Kinder sind gefährdet)

- Meiden von oder nur kurzer Aufenthalt in Bereichen mit dichtem Wasserpflanzen-Bewuchs

- Baden in den frühen Morgenstunden vermeiden, da sich in dieser Zeitspanne die meisten frei schwimmenden und damit infektiösen Zerkarien im Wasser aufhalten

- Bevorzugt in tieferen oder leicht strömenden Bereichen schwimmen

- Nach dem Schwimmen die Badebekleidung wechseln

- Körper mit einem Handtuch gut abreiben (Zerkarien trocknen schnell aus)

 

Beim Auftreten von Symptomen wie einem Hautjucken, das von kleinen roten Flecken begleitet wird, oder einem juckenden Hautausschlag sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen.

 

Das Auftreten von Zerkarien hängt von verschiedenen Faktoren ab. Natürliche Endwirte sind Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne. Des Weiteren spielt es eine Rolle wie viele Süßwasserschnecken, die Zwischenwirte für Zerkarien sind, infiziert sind. Die Wassertemperatur und lange Sonnenscheinperioden können einen Einfluss auf die Anzahl der infizierten Schnecken haben, mit der Folge, dass die Infektionsgefahr für die Badegäste steigt. Auch Zugvögel sind ein wichtiges Reservoir für Zerkarien und können somit zu einem Anstieg der Zerkariendichte beitragen.

 

Für welchen Zeitraum mit einer Beeinträchtigung für Badende durch das Vorkommen von Zerkarien gerechnet werden muss, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen.

 

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/badeseen/zerkarien.htm

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